Im Juli 2023 haben wir auf dem Dach unseres REH eine Photovoltaikanlage installieren lassen. Sie läuft unter dem Begriff 10 kW und besteht aus acht 400 W Moduln auf der Südseite mit 60 Grad Neigung und acht 400 W Moduln auf der Nordseite mit 30 Grad Neigung. Die Module sind deutscher Fabrikation von Meyer Burger und haben auf beiden Seiten Glas, können also auch Streulicht von unten nutzen.

Im Keller hatten wir schon den Zweiwegezähler sodass die Techniker die Anlage gleich betriebsbereit verschalten konnten. Nämlich den Wechselrichter mit direkter Drehstromerzeugung aus dem 7,8 kWh Speicher von alphaess. Das bedeutet, daß der Wechselrichter keine Geräusch von sich gibt und das erscheint mir schon wesentlich, wenn ich den Wechselrichter von qcells bei unserer Tochter schnarren höre. Alphaess ist wie qcells eine chinesische Firma, die auch wie gefordert einen LAN Anschluß für die Anlage von mir bekam. An der Anlage gibt es sogar einen WLAN Anschluß. Im Keller war mir das LAN Kabel lieber, das habe ich auch gleich selbst gebaut und verlegt. Durch den Netzanschluß kann ich auch jederzeit mit dem Handy die Betriebsdaten der Anlage über das Internet verfolgen.
Eine interessante Nebenerscheinung ist die Tatsache, daß der Speicher im Betrieb etwas Wärme abgibt. Das könnte bei guter Platzierung etwas Heizenergie einsparen.

Bisherige Erfahrungen
Im ersten viertel Jahr hatten wir sehr viel Sonne und sehr wenig Regen. Dadurch ergab sich eine tolle Erzeugungsbilanz. Bis zu knapp dreissig kWh Erzeugung täglich im Juli und fast 25 kWh täglich Einspeisung ins Netz. Um die 23 kWh Erzeugung und 16 kWh tägliche Einspeisung zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche. Gespannt bin ich jetzt auf die Werte im Winter bei Dauerbewölkung und Kälte. Da können wir vermutlich froh sein wenn der Speicher am Abend voll ist. Irritiert bin ich da nur von dem neuen Gesetz der Ampel mit der Forderung der Größe. Wie soll man mit einer halb so großen Anlage wie unserer ein E-Auto laden?
Nicht unerwähnt sollte bleiben daß wir unser Verhalten verändert haben. Die Großverbraucher wie Waschmaschine, Wäschetrockner und Spülmaschine werfen wir erst an, wenn der Speicher der PV Anlage voll ist. Dadurch vermeiden wir Habeckschen Kohlestrom zu verbrauchen. Seit der Inbetriebnahme am 12. Juli bis 27.9. bezogen wir noch 53 kWh aus dem Netz, speisten aber 1195 kWh in das Netz. Das sollte man jetzt nicht unbedingt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten denn während wir vermutlich 8,6 Cent pro kWh bekommen bezahlen die Nachbarn dann 40 Cent pro kWh an EON dafür.

Südseite mit 60 Grad Neigung

Südseite mit 60 Grad Neigung

Über dem Modul ganz links ist meine spezielle DVB-T2 Antenne zu sehen. Die hatte fünfzehn Jahre gehalten und mir unsere deutschen terrestrischen TV Programme wie auch die ORF eins und zwei vom Gaisberg bei Salzburg geliefert. Die Montage der PV Module hat sie aber nicht überstanden sodaß ich sie erneuern musste.

Wegen der Vorschriften für den Abstand zum Nachbarn konnte neben dem Fenster kein Modul mehr platziert werden

Nordseite mit 30 Grad Neigung

Nordseite mit 30 Grad Neigung

Hier kommt zwar nur im Hochsommer morgends und abends etwas Sonne auf die Module aber wenn keine Sonne scheint produzieren die heutigen Module auch Strom. Auf dem Bild fehlt noch ein Modul. Das war bei der Anlieferung als defekt erkannt worden und musste erst nachgeliefert werden.

Zwischenbilanz nach einem viertel Jahr.

Juli, August und September waren hier in München sehr warm und es gab fast nur sonnige Tage, deshalb sind die hier erwähnten Werte sicher nicht auf andere Jahre zu übertragen. Die gesamte Stromproduktion belief sich laut App des Speicherherstellers auf 1887 kWh. Der Speicher war bei dem Wetter meist mittags wieder voll, sodaß dann die Einspeisung ins Netz erfolgte. Unser Verbrauch in der Nacht wurde immer aus dem Batteriespeicher entnommen. Aus dem Netz haben wir nur noch 69 kWh geliefert bekommen. Also nur noch minimal Habeckschen Kohlestrom verbraten. Betrachten wir die Gesamtsituation so können wir feststellen, daß private PV Anlagen mit Batteriespeichern nicht nur bei Licht oder Sonne das Netz entlasten sondern auch in der Nacht.

Allerdings muß man sich bewusst sein, daß halt abends und in der Nacht kein Strom erzeugt wird. Anfang November nach der Zeitumstellung endet die Stromproduktion schon grob um vier Uhr nachmittags. Eben hatten wir zwei Tage ohne Sonne also bewölkt und teils Regen, da wurde nicht einmal die Hälfte unseres Verbrauchs erzeugt, da zeigt sich dann der Nutzen des Batteriespeichers.

Eine Überlegung zur Positionierung von Modulen:

Unser PV Berater hatte für die Module auf der Nordseite eine Wirksamkeit von 60% erwähnt. Das erscheint mir nun sehr hoch gegriffen. Wenn ohne Sonne bei bedecktem Himmel beispielsweise 600 W angezeigt werden und sobald die Sonne herauskommt 2500 W angezeigt werden gehe ich von folgender Überlegung aus: Ohne Sonne bringt jedes Modul 600W durch sechzehn. Die große Steigerung erfolgt vorwiegend durch die südlichen von der Sonne beschienenen Module.

Was ich ja zum Brüllen finde: Nun klingelte schon zum zweiten Mal jemand an der Haustür, der uns eine PV Anlage verkaufen wollte. Auf unsere Frage ob er schon auf unser Dach geschaut habe kam jeweils ein: Entschuldigung

Hier habe ich mal in einer Excel Tabelle die Zahlen des ersten Quartals, damit Ihr Euch ein Bild machen könnt.

bisherige Daten der PV Anlage

Fazit:

Stromenergie aus Sonne können wir im Sommer an langen Tagen und viel Sonnenschein untertags wunderbar erzeugen. In der Nacht reduziert sich der Nutzen auf die selbstgenutzte Energie sofern bei der PV Anlage auch ein Speicher vorhanden ist. Der Nutzen hierbei ist auch eine verminderte Belastung der Stromnetze.
Sobald die Tage kürzer, der Sonnenstand flacher ist wird der Gewinn stark reduziert. Beispiel derzeit im November mit mehreren wolkenverhangenen Tagen nacheinander sind zwei kWh pro Tag schon das höchste der Gefühle und der Speicher wird nicht einmal so weit gefüllt um den Eigenverbrauch in der Nacht liefern zu können.

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